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Psychologische Forschung zum moralischen Realismus und ihre metaethischen Implikationen

Pölzler, Thomas (2020): Psychologische Forschung zum moralischen Realismus und ihre metaethischen Implikationen. In: Paulo, Norbert; Bublitz, Christoph (eds.): Empirische Ethik: Grundlagentexte aus Psychologie und Philosophie. Berlin: Suhrkamp, 423-454.

Abstract: Dem moralischen Realismus zufolge gibt es objektive moralische Wahrheiten. In den vergangenen 15 Jahren hat sich in der Psychologie immer größeres Interesse dafür entwickelt, wie philosophische Laiinnen zu dieser These stehen. Mein Beitrag führt kritisch in diese Forschung ein und behandelt danach die Frage ihrer metaethischen Relevanz. Könnte das Ergebnis, dass philosophische Laiinnen dem moralischen Realismus oder Anti-Realismus zugeneigt sind, der jeweils anderen Seite die Beweislast aufbürden? Ich zeige, dass ein solches Argument philosophisch nicht plausibel ist. Psychologische Forschung zum moralischen Realismus könnte jedoch begriffliche Implikationen haben. Sie könnte uns helfen herauszufinden, ob sich unsere moralischen Begriffe auf objektive moralische Tatsachen beziehen (wie vom Realismus behauptet und von bestimmten Varianten des Anti-Realismus bestritten).